
(aus dem Vorwort)Das Betriebssystem Linux hat in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger gefunden – sowohl im privaten als auch im kommerziellen Bereich. Die zunehmende Beliebtheit lässt sich wohl auch damit erklären, dass Linux einerseits die Möglichkeit bietet, sich vollständig über eine grafische Oberfläche, wie zum Beispiel KDE oder GNOME, bedienen und verwalten zu lassen, aber auch vollständig über die Befehlszeile.Das Arbeiten und die Administration über die Befehlszeile bieten zum einen den Vorteil der höheren Arbeitsgeschwindigkeit, da es in der Regel schneller geht, einen Befehl einzutippen, als im grafischen Menü das entsprechende Programm zu öffnen und die Dialogboxen auszufüllen. Ein weiterer Vorteil liegt aber auch in der Übersichtlichkeit, da alle Konfigurationsdateien des Betriebssystems Linux lesbare ASCII-Textdateien sind. Ein Benutzer oder Systemverwalter, der sich mit der Befehlszeile gut auskennt, hat auch einen vollständigen Überblick bis ins letzte Detail über sein Betriebssystem Linux. Der dritte Vorteil besteht darin, dass die Verwendung der Befehlszeile wesentlich mehr Flexibilität bietet als eine grafische Oberfläche. Die Schritte an der grafischen Oberfläche sind vom Systemprogrammierer fest vorgegeben, an der Befehlszeile legt der Benutzer selbst fest, welches Ergebnis er in welcher Form möchte. Diese Schnellübersicht unterstützt Sie in Ihrem Vorhaben, sich auch auf der Befehlszeile von Linux schnell und sicher zurechtzufinden. Sie enthält sowohl die wichtigsten Benutzerbefehle mit fast allen Optionen, um mit Dateien und Verzeichnissen zu arbeiten, als auch Befehle der System-, Hardware- und Netzwerkverwaltung. Ein Kapitel gibt Ihnen einen Überblick über Shells und deren Besonderheiten, wie zum Beispiel Metazeichen und eingebaute Shellbefehle, sowie eine Kurzeinführung in Shellskript-Programmierung. Um völlig unabhängig von der grafischen Oberfläche arbeiten zu können, erhalten Sie auch einen Einblick in das Arbeiten mit dem Befehlszeileneditor vi und die mächtigen Werkzeuge sed und awk.Das vorletzte Kapitel bietet eine Übersicht über den Inhalt und Aufbau der wichtigsten Konfigurationsdateien in den Bereichen System-, Hardware und Netzwerkverwaltung. Zuletzt lernen Sie noch die Bedeutung von Daemonen unter Linux kennen und deren wichtigsten Aufgaben.In diesem Buch wurden die vier aktuellen Linux-Distributionen openSUSE Linux 10.2, Fedora 7 (Moonshine), Debian GNU/Linux 4 (Etch) und Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) als Basis verwendet.openSUSE ist eine deutsche Linux-Distribution, die von der Firma Novell bzw. deren Tochterunternehmen SUSE Linux GmbH veröffentlicht wird. Sie ist einerseits im kommerziellen Serverbereich verbreitet, aberauch im Home-Desktop-Bereich, und ist gut für Linux-Einsteiger geeignet, da das grafische Konfigurationswerkzeug YaST2 eine ausgezeichnete Unterstützung bei der Systemverwaltung bietet.Ähnlich verhält es sich mit Fedora, das aus dem ehemaligen Red Hat Linux heraus entstanden ist, und auch sowohl im Server-Bereich als auch im Home-Desktop-Bereich zu finden ist. Debian/GNU Linux wird von einer freien Entwicklergemeinde betreut und ist sehr verbreitet als GNU/Linux-Distribution, da diese für elf unterschiedliche Prozessor-Architekturen erhältlich ist. Seine Stärke liegt darin, dass die zuletzt veröffentlichte Version mit der Bezeichnung tstableT für stabilitätsbetonte Server sehr geeignet ist, aber auch im Workstation und Desktop-Bereich eingesetzt werden kann – es ist allerdings mehr für erfahrene Anwender als für Anfänger geeignet. Ubuntu Linux, ein Derivat von Debian/GNU Linux, hat sich zum Ziel gesetzt, ein Rundumpaket ohne Redundanzen zu sein und wurde sehr schnell zu einer der erfolgreichsten Linux-Distributionen. Interessant ist vor allem der neue Ansatz, dass die Systemverwaltung nicht mehr mithilfe des Benutzerkontos root durchgeführt wird, sondern durch den während der Installation angelegten Benutzer, der mithilfe des Befehls sudo und seines
Kategorie: Buch (dtsch.) > Hardcover/Softcover/Karte > Betriebssysteme, Benutzeroberflächen